DE "Wal“
BMS "Goliath"
MS "Quarantäne"
Schiffe
   
 

BMS „Goliath“

Art: Bergungsschlepper
Eigner: Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven e.V.
Heimathafen: Bremerhaven
Baujahr: 1941 bei der Deschimag, Bremerhaven
Länge: 29,13 m
Breite: 7,03 m
Tiefgang: 2,14 m
Antrieb: 2 Maschinen (Mercedes-Maybach) á 425 PSi

Im Vergleich zu den modernen Assistenzschleppern wirkt er eher wie ein „David“. Und trotzdem trägt der Bergungsschlepper „Goliath“ seinen Namen zu Recht. Denn seine beiden jeweils 425 PS starken Mercedes-Maybach-Motoren verleihen ihm eine Zugkraft von 32 Tonnen.

Doch seit einigen Jahren braucht „Goliath“ nicht mehr anzupacken. Mit dem Wechsel aus der Flotte der Bergungsreederei Schuchmann in die der historischen Schiffe im Neuen Hafen hat der 1941 gebaute Bergungsschlepper seine letzte Heimat in seinem alten Heimatrevier gefunden. Zwar stand „Hamburg“ als offizieller Heimathafen am Heck; doch tatsächlich war das kleine Kraftpaket stets in Bremerhaven bei der Bergungs-Reederei Schuchmann stationiert.

Es sei denn, „Goliath“ ging mal wieder auf Weltreise. Sein größter Auslandseinsatz begann Ende der 60er Jahre, als er im Suezkanal Wracks des Sechs–Tages–Krieges beseitigte. Seine wahren Qualitäten zeigte er aber vor der deutschen Nordseeküste. Als extrem flach gehender Schlepper und durch seinen Plattenboden–Rumpf konnte er im Wattenmeer auch Havaristen erreichen, denen normale Schlepper nicht mehr zu Hilfe eilen konnten.

Heute lässt „Goliath“ die Wattenbänke rechts und links liegen, wenn er in den Sommermonaten zu seinen regelmäßigen Fahrten weserabwärts startet. Die Reisen gehören zu den exklusivsten Abenteuern, die die Bremerhavener Tourismus–Manager im Norden zu bieten haben. Regelmäßig bringt „Goliath“ Gäste zum Leuchtturm „Roter Sand“ in der Wesermündung, die dort eine Nacht lang die Einsamkeit auf hoher See erleben möchte.

So ist „Goliath“ nicht nur selbst ein Zeugnis maritimer Historie, sondern schafft auch die Verbindung zu einem weiteren Denkmal der Seefahrts-Geschichte: Der 1885 gebaute Leuchtturm mit seinen charakteristischen Zinnen ist das erste Offshore-Bauwerk der Welt und bis tief ins Binnenland das Symbol für Seefahrer–Romantik schlechthin.

Mit diesem „Fahrplan“–Reisen zum Leuchtturm aber begnügen sich Schiff und Crew nicht: Helgoland, Wyk auf Föhr, Hamburg oder Flensburg stehen neben Fahrten im Weser–Revier in jedem Jahr auf den Törnplan des Oldtimers.